der koffer

 

Erzählung zum Thema Ende


Er war schwarz, stattlich und konnte viel schlucken. 
Stolz zeigte er sich in seiner ganzen Größe. 
Er hatte seinem Menschen immer treu gedient. Egal was sein Mensch in ihn gepackt hatte , er hatte es angenommen. Meist war es Kleidung gewesen, wenn sein Mensch eine seiner ausgedehnten Reisen machte. Das fand er spannend, wenn auch das Liegen zwischen all den anderen Koffern und Taschen  im Flugzeug minunter unangenehm war. Manche Ledertaschen rochen etwas speckig, manche Rucksäcke hatten einen leicht herben Duft. 
Dafür entschädigte der Aufenthalt auf dem Hotelbalkon, wenn der Wind spielerisch um ihn strich, die Sonne ihn wärmte und er nachts mit dem Mond träumen dufte. 
So waren sie ein Herz und eine Seele geworden. Nichts konnte ihn von seinem Menschen trennen, so dachte der schwarze Koffer. Schließlich hatte er ihm nie einen Grund zur Klage gegeben. 

Ein wenig wunderte er sich schon, was sein Mensch in ihn packte, in diesem Hotel  in Berlin. 
Seine Kleidung war es nicht, nein, alles was seinem Menschen lieb und teuer war, bekam nicht er, sondern eine braune , nach neu und ungebraucht riechende 
Ledertasche. Er bekam alte Schuhe, Hosen und ne Jacke. Sein Mensch würde es schon wissen , es würde schon seine Ordnung haben. 
Am nächsten Morgen stand er allein im Hotelfoyer, von seinem Menschen war nicht s zu sehen. Wurde er alt, hatte er etwas verpasst?. Nein, das konnte nicht sein. 
Er war es gewohnt zu warten, sein Mensch würde wiederkommen, gewiss. 
Am Nachmittag stand er immer noch allein im Hotelfoyer, langsam ahnend, dass sein Mensch ihn abserviert hatte, eiskalt. 
Traurig war er, hatte er nicht alles gegeben?
Sogar dieses stinkende Parfüm, das ausgelaufen war, hatte er ertragen. Und als sein Mensch unbedingt Kakteenblätter als Urlaubssouvenier brauchte, hatte er tapfer die vielen Stiche ausgehalten, die er bekam. Und nun wurde er so entsorgt. Hätte er Augen, würde er bitterlich Tränen vergiessen. 
Er wurde hart angepackt. Hoffnung keimte in ihm auf, sein Mensch? Nein, die Hand fühlte sich anders an, rauher. Er flog in einem hohen Bogen in eine Tonne, in der sich übelriechendes befand. 
Eine Ecke wurde feucht, irgendeine braune Flüssigkeit kroch an ihm hoch. Das war wohl sein Ende, Mülltonne, Müllhalde.... finito. 
Traurig dachte er an die Zeit mit seinem Menschen, 
die schönen Erlebnisse, Sonne , Lachen. 

So musste er nun enden..... dann sollte es so sein.





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