bedrohlich


Dokumentation zum Thema Aggression

Ein Sonntagmorgen, kurz nach 7.00 in Berlin.

Ich komme aus der Nachtschicht und bin so müde, dass ich beschliesse, mit der Straßenbahn nach Hause zu fahren. So stehe ich dösend an der Haltestelle, als eine Gruppe Jugendlicher lärmend auf mich zukommt.
Mein Adrenalinspiegel steigt an, ich gehe instinktiv in eine Abwehrhaltung.
Einer der Jungen baut sich vor mir auf:

"Ey Alter, haste mal Kippen für uns?".

Ruhig antworte ich  ihm, dass ich als Nichtraucher keine Zigaretten habe.

"Ey Alter, wir brauchen was zu rauchen, rück raus..", erhalte ich zur Antwort, ehe der Junge zu seinen Kumpels zurückgeht. 

Sie stehen etwa 10 m von mir entfernt  und ich lasse sie nicht aus den Augen. Wortfetzen dringen zu mir,

"ohne Brille sieht der nüscht mehr", und "komm ,noch mal".

Die Gruppe kommt wieder auf mich zu, erneut fragend, ob ich Zigaretten habe.
Ruhig und bestimmt erkläre ich erneut, dass ich als Nichtraucher weder Zigaretten noch Feuerzeug bei mir habe. Dabei sehe ich mich um, doch ausser mir und den Jungen ist keiner weiter an dieser Haltestelle. Trotz meiner 1,86m und früherer Zweikampfausbildung wird die Situation bedrohlich. Ich überlege bereits, wem ich im Ernstfall als erstem  'in seine Eier trete', und hoffe auf des Erscheinen der Straßenbahn.

Meine Hoffnung  wird erfüllt. 
Die Jungen steigen ein und ich nehme bewusst einen anderen Einstieg, setze mich in die Nähe der Fahrerkabine. Die Jugendlichen nehmen am Ende des Waggons Platz. Irgendwie bin ich erleichtert und möchte mir gar nicht ausmalen, wie es ohne das Auftauchen der Straßenbahn hätte weitergehen können...





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