Klapsmühle

zum Thema Wohlergehen

Die Nadel steckt noch, als ich wieder zu mir komme. Ich merke, dass mein Ausflug diesmal erheblich kürzer war, und werde wütend. 

"Ich will doch einfach nur woanders hin", schreie ich verzweifelt, "weg von euch, von meiner Angst und von meiner Aussichtslosigkeit!".

Ich weiß jedoch zugleich, dass ich es nie schaffen werde. 
Ich habe keine Illusion mehr, denn ich weiß es... längst schon. Ich mache mir nichts mehr vor, nicht wie all die Anderen hier. Wie all diejenigen, die nach jeder Rückkehr 'nie wieder' in diese schaurig schöne Anstalt zurück wollen. Und trotzdem, auch wenn es erst nach ein paar Tagen, Wochen oder Monaten wieder soweit ist... sie kommen wieder. Immer und immer wieder! Mal aufrecht, mal mehr tot als lebendig, aber stets mit der gleichen Lüge auf den Lippen: "...dass es diesmal endgültig das letzte Mal ist...".

Dabei kommen sie nur hierher, um für sich hier das zu holen, was sie bei euch nicht bekommen: 

Freiheit... die Freiheit einfach so zu sein - wie sie eben sind! 

Freiheit die auch ich suche, auf die ich bei euch aber stets vergebens gewartet habe. 

Hier zerstört niemand diese idyllische Stille in mir. 
Niemand stört meinen Frieden, mein 'frei und anders' sein. Sanft wiegt mich der Medikamenten-Cocktail in einen befreienden und traumlosen Schlaf, sicher aufgehoben in den starken Mauern dieser Anstalt.






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