DANKE VATER STAAT
Kurzgeschichte zum Thema Allzu Menschliches
Er stand auf einem drehbaren Podest und Heiner stand davor. Seine Augen klebten an ihm, er war das Objekt seiner Begierde. MetallicLack, silber glänzend.... super. ABS,ESP, EFH, Ledersitze, Radio mir 3-fach CD-Wechsler,
Handybedienung im Lenkrad, Tempomat, seine Augen strahlten.....
Sein altes hatte ihm lange die Treue gehalten, 180.000 km, viele Touren , nicht nur in Deutschland, auch in Österreich, Schweiz, Frankreich, Dänemark......
Es war selten defekt, hatte ihn wenig Reparaturen gekostet.
Sein Herz hatte geblutet vor einer Woche, als er zusehen musste, wie die Presse aus ihm Schrott machte.....
sein jahrelanger Liebling , einfach zusammengedrückt, geworfen zu anderen ehemals stolzen vierrädrigen Lieblingen.
Es begann die schlimmste Woche seines Lebens...öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
Jeden Morgen stieg er voller Abneigung in den Bus, die Ausdünstungen der anderen Passagiere streiften seine empfindliche Nase, er wurde angerempelt, bekam den Ellenbogen in`s Gesicht. Das musste er eine ganze Woche 2 x täglich aushalten, früh auf Arbeit, Abends zurück. Er hatte sich keine Termine in diese Woche gelegt, vorher eingekauft, er wollte sogar Urlaub nehemn, nur da hatte sein Chef nicht mitgespielt.
"Sie wissen doch, wieviel wir ihm Moment zu tun haben, Müller..", hatte er ihn einfach stehen lassen, ohne Verständnis für seine aussergewöhnliche, schwierige Situation.
All das gehörte ab jetzt wieder der Vergangenheit an. Er blickte immer noch fasziniert auf das glänzende Gefährt, das sich vor ihm drehte. Dank der 2.500 ? Abwrackprämie hatte er sich den Traum eines neuen Autos erfüllen können.
Eine halbe Stunde später rollte er vom Hof des Autohauses nach Hause. Er hatte Glück und fand einen Parkplatz , von dem er sein Auto vom Fenster aus sehen konnte.
Heiner hatte vorher einen Sekt kaltgestellt, das Ereignis musste gefeiert werden. Das Getränk perlte beim Eingiessen, er stand am Fenster und prostete ihm zu.
Am nächsten Morgen führte ihn sein erster Weg zum Fenster und er sah beruhigt, dass er noch an seinem Platz stand.
Eine Stunde später war seine gute Laune wie weggeblasen.
"DANKE VATER STAAT, DASS DU SOLCHE TYPEN FREI HERUMLAUFEN LÄSST", brüllte er so laut, dass Oma Schulze aus dem Erdgeschoss, die gerade ihre Balkonblumen goss, vor Schreck die Giesskanne aus der Hand fiel.
Von der Motorhaube bis zum Kofferraum reichten die Kratzer an seinem niegelnagelneuen FIAT 500.
Ich hoffe, der Text hat Dir gefallen, und Du empfiehlst ihn weiter...
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